Neue Arbeitswelten mit Charakter
Materialität, Funktion und Raum greifen im neuen Verwaltungsgebäude der Roland Erdrich GmbH in Oppenau selbstverständlich ineinander. Helle Holzoberflächen setzen warme Akzente, dunkle Einbauten schaffen Kontraste, textile Elemente gliedern offene Bereiche und maßgefertigte Möbel werden zum integralen Bestandteil der Architektur.
Auf Grundlage der Innenarchitektur von Konrad Knoblauch aus Markdorf übernahm Becherer die Umsetzung umfangreicher Möbel- und Innenausbauarbeiten. Dabei entstanden differenzierte Arbeits- und Aufenthaltswelten – von kommunikativen Treffpunkten und Besprechungsbereichen bis zu konzentrierten Rückzugsorten und funktionalen Nebenräumen.
Planung und Design der Umkleiden wurde vonseiten Becherer entwickelt. Die Spindanlagen integrieren die notwendige Belüftung direkt in die Möbelkonstruktion und verbinden damit technische Funktionalität mit einer konsequent reduzierten Gestaltung.
Ein Innenausbau mit vielen Gesichtern
Kaum ein Bereich gleicht dem anderen: Mitarbeiter-Bistro mit Küche und Essensausgabe, Besprechungsräume mit integrierter Medientechnik, Telefon- und Meetingboxen, Büroarbeitsplätze, Garderoben, Teeküchen, Waschtische und zahlreiche individuelle Einbauten.
Entsprechend vielfältig waren auch die Materialien und Oberflächen. HPL- und Dekoroberflächen treffen auf lackierte Flächen, TopMatt-Fronten, Naturstein-Arbeitsplatten, textile Elemente und präzise ausgeführte Schreinerdetails. Immer mit einem gemeinsamen Anspruch: Die Gestaltung konsequent und hochwertig in die gebaute Realität zu übertragen.
Räume für Austausch, Rückzug und Zusammenarbeit
Arbeitswelten bestehen heute längst nicht mehr nur aus Schreibtisch und Bürostuhl. Das zeigt sich auch bei Erdrich: offene Kommunikationsbereiche wechseln sich mit Besprechungsräumen und Rückzugsmöglichkeiten ab.
Becherer fertigte dafür unter anderem Telefon- und Muteboxen, Wandverkleidungen, Sitznischen, Kommunikationszonen sowie individuelle Arbeitsplätze. Akustikvorhänge und textile Wandbespannungen schaffen dabei nicht nur Atmosphäre, sondern verbessern gezielt die Raumakustik.
Ein Mittelpunkt für die Mitarbeiter
Ein echtes Herzstück des neuen Gebäudes ist das Bistro. Helle Holzoberflächen, individuell gefertigte Sitz- und Tischelemente sowie die integrierte Küche schaffen einen Bereich, der deutlich mehr ist als ein klassischer Pausenraum.
Hier zeigt sich besonders schön das Zusammenspiel aus Innenarchitektur und handwerklicher Umsetzung: Möbel werden Teil des Raumes und schaffen Orte, an denen Menschen gerne zusammenkommen.
4.000 m² Plattenmaterial – und noch ein paar Zahlen mehr
Bei diesem Projekt darf man ruhig einmal nachrechnen: Rund 4.000 m² Plattenmaterial, etwa 6.800 Laufmeter Kante, 250 Möbelschlösser und rund 1.500 runde Lüftungsgitter wurden verarbeitet.
Hinzu kommen etwa 80 m² Spannrahmen-Lichtbilder, 150 m² Wandbespannungen und Polsterungen sowie rund 33 m² Spiegelwand.
Und weil sich solche Mengen irgendwann nicht mehr sinnvoll in einzelne Lieferwagen packen lassen: Insgesamt kamen rund sechs Container Möbel zusammen.
Eine Menge Material. Noch mehr Einzelteile. Und am Ende: ein stimmiges Ganzes.
Umkleiden, die mehr können als gut aussehen
Ein besonderes Detail des Projekts steckt dort, wo man es auf den ersten Blick vielleicht gar nicht vermutet: in den Umkleiden.
Planung und Design dieser Bereiche stammen von Becherer. Neben der großen Anzahl an Spinden und den durchgängigen Sitz- und Stauraumlösungen galt es vor allem, eine technische Herausforderung elegant zu lösen: die Belüftung der Schränke.
Die Lüftung wurde direkt in die Möbelkonstruktion integriert. So entstand eine funktionale Lösung, die sich gestalterisch zurücknimmt und dennoch einen entscheidenden Unterschied im täglichen Gebrauch macht.
Genau diese Details zeigen, was moderner Möbelbau kann: Technik integrieren, ohne dass sie sich in den Vordergrund drängt.
Architektur: Müller + Partner
Innenarchitektur: Konrad Knoblauch
Ausführung | Montage: Becherer Möbelwerkstätten
Fotos: © Stefan Marquardt


















